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"Oekonux" - was ist das eigentlich?

"Freie Software" - was ist das eigentlich?

  • Charakteristika Freier Software

    • Beliebige Software kann Frei sein

      • GNU/Linux, Apache, Gcc, Perl

        Beispiele für systemnahe Software

      • KDE, OpenOffice.org, Gimp

        Beispiele für Anwendungen

      • Software für Router, Handys, ...

        Beispiele für Embedded Systeme

        Zeigt, wie tief Software in unser Leben integriert ist

    • Das eigentliche Produkt ist kostenlos

      Aber: Preis spielt eine Rolle, ist aber nicht entscheidend

    • Quellcode ist verfügbar

      Wichtig für die meisten der folgenden vier Rechte, die jede NutzerIn Freier Software hat

      • Software darf zu jedem Zweck eingesetzt werden
      • Die Quellen dürfen studiert und angepaßt werden
      • Die Software darf beliebig weitergegeben werden
      • Veränderte Versionen dürfen beliebig weitergegeben werden

    Fazit

    Frei im Sinne von Freiheit

  • Stichwort: Freie-Software-Lizenzen

    • Lizenzen drücken die Rechte des Urhebers aus

      • Regeln unter welchen Bedingungen jemand etwas mit der Software tun darf

        Proprietäre Software benutzt ebenfalls Lizenzen

      • Insbesondere: Nutzung, Änderung, Verteilung

      • Software-Lizenzen basieren auf dem Urheberrecht

        Urheberrecht basiert auf Staatsmacht

      • Rechte oder Einschränkungen jenseits von Urheberrecht benötigen Verträge

    • Der geniale Hack: Das Urheberrechtssystem gegen sich selbst verwenden

      • Urheberrecht erzeugt Knappheit durch die Untersagung von Rechten
      • Copyleft erzeugt Überfluss durch das Gewähren von Rechten
    • Zwei Hauptlizenztypen: GPL und BSD

      • Obwohl es viele Lizenzen gibt

        Da eine Lizenz ein Vertrag ist, ist es eine neue Lizenz zu erfinden

        Aber es ist selten sinnvoll

    • Listen von Freie-Software-Lizenzen von FSF und OSI

    • Hauptunterschied: Darf ein Lizenznehmer die Quellen wieder schließen?

      • BSD: Software darf ohne Quellen weiter gegeben werden
      • GPL: Quellen müssen offen bleiben
      • Mehr als 50% der Freien-Software-Projekte verwenden die GPL

    Fazit

    Fundamentale Einrichtung um Freie Software in das Rechtssystem zu integrieren

    Erbt die Rechtssicherheit vom Rechtssystem

    Erbt die Macht vom Rechtssystem

  • Produktionsweise Freier Software

    Sehr wichtiges Charakteristikum

    • Geldfrei

      EntwicklerInnen finanzieren sich auf anderem Wege

      Ähnlich anderen Hobbies

    • Anstrengung erfolgt auf freiwilliger Grundlage

      • Notwendigkeit konkreter Problemlösungen

      • Selbstentfaltung der EntwicklerInnen

        Programmieren macht (manchen) Spaß

        Andere Tätigkeiten können ebenfalls der Selbstentfaltung dienen

    • Vielfältig selbstorganisiert in kleinen, unabhängigen Gruppen

    • International im Internet

    Fazit

    Oft entsteht eine hohe Qualität

    Qualität ist unmittelbare Folge der Produktionsweise

  • Stichwort: Selbstentfaltung

    Der Begriff spielt eine zentrale Rolle bei Oekonux

    • Mehr als Selbstverwirklichung

      Selbstverwirklichung hat zu sehr das isolierte Individuum im Blick

      Selbstentfaltung versteht Menschen als durch Beziehungen geprägt

    • Verantwortung ist Teil von Selbstentfaltung

      Notwendigkeiten beachten gehört zur Verantwortung

      Verantwortung muss individuell erkannt werden

      Verantwortung ist gelernt und damit an gesellschaftliches Normensystem rückgekoppelt

    • Selbstentfaltung ist "autonomy-in-interdependence"

      • Abhängigkeit ist nicht Reduktion sondern Erweiterung eigener Möglichkeiten

        Weil andere, von denen ich abhänge, mir durch ihr Tun Möglichkeiten schaffen, die ich alleine nicht hätte

    • Selbstentfaltung des Einzelnen ist die unmittelbare Bedingung der Selbstentfaltung aller

      • Und umgekehrt
    • Möglichkeit zur Selbstentfaltung ist Wesensmerkmal des Menschen

      Siehe Kritische Psychologie (Holzkamp)

      • Inhalte sind individuell sehr unterschiedlich

        Insbesondere nicht notwendig political correct

    Fazit

    Selbstentfaltung ist generell ein erstrebenswertes Ziel

  • Freie Software und kommerzielle Einflüsse

    • Firmen engagieren sich

      • Distributoren und Linux-Firmen (Novell/SuSE, RedHat, kleine, ...)

        Haben ein Interesse am Ist-Zustand, da sie daraus entstanden sind

      • Hardware und andere (IBM, Sun, ...)

        Insbesondere für Hardware-Firmen ist GNU/Linux einfach nützlich

        Haben daher ein Interesse am Ist-Zustand

    • Lizenzen schützen vor Privatisierung

      • Gnu General Public License (GPL)

      • Andere Lizenzmodelle

        Diese erlauben teilweise Reprivatisierung (BSD)

    • Qualität entsteht durch Abwesenheit von Entfremdung

      Nur dann kann sich Kreativität voll entfalten

    • Lohnarbeit widerspricht Selbstentfaltung

      Ist entfremdet, da sie auf einen dritten Zweck (Geldverdienen) gerichtet ist

    Fazit

    Freie Software kann nur geldfrei entstehen

    Letztlich schützt dies fundamental vor einer durchgreifenden Kommerzialisierung

    Andernfalls wird Freie Software zerstört

  • Perspektiven Freier Software

    • Freie Software wird immer wichtiger

      • GNU/Linux auch auf dem Desktop

        Auf Servern ist GNU/Linux schon weit verbreitet

        Öffentliche Verwaltungen sind hier Vorreiter

      • GNU/Linux auf Embedded Systems

      • Stürmische Entwicklung

    • Gefahren

      • Software-Patente

        In Europa langjähriger Kampf mit vielen Freien-Software-Leuten

    • Immer mehr begeistern sich für die Idee

    • Die Prinzipien Freier Software auch in anderen Bereichen

    Fazit

    Linux World Domination ;-)

Das Besondere an Freier Software

  • Freie Software ist kein einfaches Hobby

    • Hat hohen gesellschaftlichen Nutzen

    • Direkte Konkurrenz zu Waren

      Nachdem bereits ein Warenmarkt etabliert war

      Mit erheblichem Erfolg

    • Hochmodernes Produkt

      Mit hochmodernen Produktionsmitteln

    • Entsteht international

    • Wird überwiegend von Profis geschrieben

    Fazit

    Hobby, aber in neuer Qualität

    Andere Hobbies vereinen diese Eigenschaften nicht auf sich

  • Freie Software ist keine Ware

    • Tauschfrei

      Es muß nichts eingetauscht werden

    • Im Überfluß vorhanden

      Es gibt keine Knappheit jenseits technischer Begrenzungen

    • Offenliegende Quellen machen Geheimnisse unmöglich

    • Kooperation statt Konkurrenz

    • Absoluter Qualitätsanspruch

      Folge der nutzungsorientierten Produktionsweise

      Bei Waren genügt es, wenn KäuferInnen an Qualität relativ zur Konkurrenz glauben

    • Aufforderung zum Mitwirken (Inklusionsmodell)

      Bei Waren darf nur ein kleiner Kreis mitwirken (Exklusionsmodell)

    Fazit

    Freie Software ist so wertlos wie die Luft zum Atmen

    Nur Waren können einen (Tausch)wert haben

    Der Gebrauchswert ist aber davon unabhängig

  • Freie Software ist kein Geschenk

    • Ein Geschenk basiert auf einer persönlichen Beziehung

      Kann vor und/oder nach dem Geschenk existieren

      • Für die meisten ist Freie Software ein maximal anonymes Produkt
    • Ein Geschenk erzeugt oftmals eine Verpflichtung

      • Nehmen Freier Software erzeugt keine Verpflichtungen
    • ProduzentInnen Freier Software denken nicht in Geschenken

      Wenn überhaupt, dann als ein Geschenk an die Menschheit

    Fazit

    Freie Software ein Geschenk zu nennen, ist falsch

  • Stichwort: Knappheit

    • Vorkommen

      • Ist durch die Natur vorgegeben und unveränderbar
      • Bezogen auf einen bestimmten Zeitpunkt auch Produkte
    • Begrenztheit

      • Menschen zur Verfügung stehender Anteil am Vorkommen
      • Ist durch technische und andere Mittel veränderbar
      • Kann vorkommen wenn Bedarf größer als Angebot
    • Knappheit

      • Ist gesellschaftlich bestimmt und kann hergestellt werden

        Erdöl ist nicht immer knapp gewesen

        Bei Informationswaren muß Knappheit heute hergestellt werden

      • Kann vorkommen wenn Angebot größer als Bedarf

        Ja, das ist verrückt

    Fazit

    Knappheit ist kein Naturgesetz

  • Stichwort: Rivalität

    Begriff um Güter zu klassifizieren

    • Rivalisierend: Wenn es von einem konsumiert wird stehe es keinem zweiten zur Verfügung
      • Beispiel: Nahrungsmittel
      • Rivalisierende Güter können begrenzt sein
      • Überfluss von rivalisierenden Güter macht Rivalität weniger wichtig
    • Nicht-rivalisierend: Jede Konsumption ist unabhängig von anderen
      • Beispiel: Information, Sonnenlicht
      • Inhärent nicht begrenzt
      • Knappheit muss von Außen erzwungen werden
    • Anti-rivalisierend: Das Gut ist nützlicher wenn es von vielen konsumiert wird
      • Geschieht durch Netzwerkeffekte
      • Beispiel: Telefon
    • Märkte materieller Güter basieren auf rivalisierenden Gütern

    Fazit

    Freie Software ist ein anti-rivalisierendes Gut

  • Stichwort: Ausschließbarkeit

    Begriff um Güter zu klassifizieren

    • Ausschließbar: Andere können von der Nutzung eines Guts ausgeschlossen werden

      • Zugehöriges legales Konzept: Eigentum

      • Kann über alles drüber gestülpt werden

      • Kann schwer durchzusetzen sein

        Z.B.: Informationsgüter im Internet-Zeitalter

      • Notwendig um Knappheit zu erzeugen

    • Nicht-ausschließbar: Andere können nicht von der Nutzung ausgeschlossen werden

      • Alles was kein Privateigentum sein kann?

      • Nicht-ausschließbare Produkte sind oft öffentliche Güter

        Z.B.: Straßen

    • Alle Märkte beruhen auf ausschließbaren Produkten

    • Freie Software wird durch die Lizenzen nicht-ausschließbar gemacht

      • Chance für Beiträge wächst wenn mehr Leute sie nutzen
      • Unabhängig davon wieviele "trittbrettfahren"

    Fazit

    GPL-Gesellschaft: Ausweitung der Prinzipien Freier Software auf rivalisierende Güter bei Fallenlassen der Ausschließung

  • Kooperation in Freien Projekten

    • Informell

      Rollen passen zu den Bedürfnissen des Projekts anstatt zu einem festgelegten Modell

      Keine formale Qualifikation notwendig

      Selbsternennung als generelle Tendenz

      Offizielle Ernennung als Bestätigung existierender Praxen

      Keine Personenwahlen

    • Keine feststehenden Grenzen

      Z.B.: Keine klare Trennung zwischen ProduzentInnen und KonsumentInnen

    • Freiwillig

    • Veränderlich über die Zeit

      Leute beginnen und beenden Beiträge wie sie möchten

    • Ungleich

      JedeR kann beitragen was sie will

      Einige haben mehr Einfluss als andere

      Unterschiedliche Fähigkeiten sind willkommen

    Fazit

    Kooperation ist freiwillig, variabel und ungleich

  • Stichwort: Maintainer-Modell

    Software-Entwicklung ist vor allem ein sozialer Prozess

    Maintainer-Modell ist häufige Organisationsform

    Hier: Doppelt Freie-Software-Projekte

    • Freiwilligkeit als grundlegende Voraussetzung

      • Keine entfremdeten Anreize
      • Ermöglicht und verlangt persönliche Entscheidung
    • Selbstorganisation als grundlegende Voraussetzung

      • Ohne äußere Vorgaben oder entfremdete Ziele

        Sichtbar z.B. bei Release-Terminen

    • MaintainerIn hält Projekt auf Kurs

      • Trifft verbindliche Entscheidungen

      • Wacht über Einhaltung projektinterner Standards

      • Sorgt ggf. für Weiterentwicklung

      • Organisiert "rough consensus" ("Niemand muss widersprechen")

        Nicht: Einstimmigkeit

      • Kann andere TeilnehmerInnen nicht kommandieren

    • Gegenseitige Abhängigkeit

      TeilnehmerInnen benötigen die Funktionen der MaintainerIn

      MaintainerIn benötigt die TeilnehmerInnen

      • Bei Scheitern: Fork

        Produktive Forks sind selten

    Fazit

    Balanciert Konflikte in Freien Projekten optimal aus

  • Freie Software = Selbstentfaltung + digitale Kopie

    • Selbstentfaltung ist zentraler Motor für Produktion

    • Digitale Kopie als Produktionsmittel ist

      • Verlustfrei

      • Durch Computer für alle verfügbar

      • Über große Entfernungen hinweg möglich (Internet)

      • Universell für alle (digitalen) Informationsprodukte

        Inhalt der Informationsprodukte ist irrelevant für die Kopieroperation

        Analog zu Elektromotoren der industriellen Ära

    Fazit

    Digitale Kopierbarkeit ist eine neue Qualität

  • Stichwort: Internet

    • Digitale Kopie auf planetarer Basis

      Erbt die Eigenschaften digitaler Kopie

    • Hebt räumliche Beschränkungen von Kooperation auf

      • Keine Größenbegrenzung
      • Globalisiert und kulturübergreifend
    • Hebt zeitliche Beschränkungen von Kooperation auf

      • Kein vorgegebenes Zeitraster
      • Ermöglicht sowohl Echtzeit als auch Ungleichzeitigkeit
    • Hat als Medium wenig inhärente Grenzen

      • Ermöglicht an Themen orientierte Kooperation
      • Neue Projekte und Forks sind jederzeit möglich
    • Kombiniert individuelle Verfügung mit allgemeinem Zugang

      • Alle können nach individueller Maßgabe aktiv sein

        Auch: Produktiv oder konsumptiv

      • Alle haben Zugang

    Fazit

    Internet bietet als Werkzeug viele neue Features

  • Frei im Sinne Freier Software

    Diese Art Freiheit wird durch das große "F" angedeutet

    • Abwesenheit von Entfremdung

      • Muss aus den direkten Bedürfnissen der Beteiligten resultieren

      • Selbstorganisation

        Nicht durch Prinzipien organisiert, die vom Projekt entfremdet sind

      • Freiwillige Teilnahme

        Incl. freiweillige Übernahme von Verantwortung

      • Ermöglicht Selbstentfaltung

    • Freiheit ist ein Ergebnis des Prozesses

      • Ergebnisse sind Frei wegen des Prozesses

        Können von jedem benutzt werden, die sie braucht

        Impliziert, dass sie ohne Bezahlung erhältlich sind

      • D.h. unbegrenzt nach Außen

    • Freiheit ist Voraussetzung des Prozesses

      • Der Prozess funktioniert nicht ohne Freiheit

        Freiheit ermöglicht Beiträge von allen Seiten

      • D.h. unbegrenzt nach Innen

    • Die Freiheit des einen ermöglicht die Freiheit des anderen

      Anstatt sie zu begrenzen wie bei abstrakter Freiheit

    Fazit

    Definiert mehrere positive Rückkopplungen

    Daher kommt die Kraft

  • Stichwort: Keimform

    • Etwas strukturell Neues bereits im Alten

      Nicht das Neue als Kleinausgabe

    • Merkmale einer heutigen emanzipatorischen Keimform

      • Globale Vernetzung

      • Wert- und Tauschfreiheit

      • Selbstorganisation

      • An der Spitze der Produktivkraftentwicklung

        Technische, aber auch soziale

      • Ermöglicht Selbstentfaltung

        Auch als Teil der Produktivkraftentwicklung

    • Keimformen endgültig nur historisch beurteilbar

      Aber es kann versucht werden, Keimformen zu erkennen

    Fazit

    Freie Software hat Charakteristik einer Keimform

  • Stichwort: Fünfschritt

    • Keimformen entwickeln sich im Fünfschritt

      Fünfschritt ist generelles Modell für Entwicklungen

      • Entstehung der Keimform

      • Krise der alten Form

      • Keimform wird zur wichtigen Entwicklungsdimension innerhalb der alten Form

      • Keimform wird zur dominanten Größe

      • Umstrukturierung des Gesamtprozesses

        Alle Phasen können über längere Zeiträume laufen

    Fazit

    Freie Software ist im dritten Schritt

  • Kritik: Keimformthese

    Existiert innerhalb und außerhalb des Projekts

    • Freie Software nützlich für das Kapital

      Nur für Teile; wichtiger: nützlich für Nicht-Kapital

      Weist dennoch strukturell über Kapital hinaus

    • Freie Software wird vom Wertsystem finanziert

      Jede Keimform ist zunächst im Alten eingebettet

    • Immaterielle Produktion grundsätzlich anders

      Ja; wichtig ist, was dominant ist

    • Alles Nerds in patriarchalen Strukturen

      Zumindest kann niemensch Frauen formal ausgrenzen

      Spannende Frage: Warum wollen Frauen sich praktisch gar nicht in Freier Software selbstentfalten?

    • Freie Software funktioniert meritokratisch

      Gibt keine Zwangsmittel in der Freien Software, so daß Macht keine Substanz hat

    • Beurteilung der Keimform im Nachhinein fraglich

    Fazit

    JedeR soll sich ein eigenes Urteil bilden

Keimformen und andere Modelle und Ideen

  • Dammbau vs. Schiffbau

    Bild, dass zwei unterschiedliche politische Herangehensweisen verdeutlicht

    • Dammbau
      • Nützlich, um steigende Flut einzudämmen
      • Ziel: Altes verteidigen
      • Konservativer Ansatz
    • Schiffbau
      • Nützlich um die steigende Flut zu nutzen
      • Ziel: Aubruch zu neuen Ufern
      • Progressiver Ansatz
    • Dammbau und Schiffbau sind grundverschieden
      • Aber sie können sich ergänzen

    Fazit

    Freie Software ist Schiffe bauen

Der Weg in die GPL-Gesellschaft

  • Die Utopie

    Möglichkeiten sind angedeutet

    GPL-Gesellschaft bezeichnet eine Gesellschaftsformation, die auf den Prinzipien der Entwicklung Freier Software beruht

    Bisher nur in groben Umrissen vorstellbar

    • Produktionsmittel ermöglichen Selbstentfaltung

      • Günstig: Möglichst viele Freiheitsgrade

        Dazu werden teilweise auch andere Arbeitsmittel / Maschinen benötigt

      • Automatisierung macht notwendige Tätigkeiten überflüssig

    • Nützliche Tätigkeiten sind Selbstentfaltung

      • Gesellschaftlicher und individueller Nutzen unmittelbar verknüpft
    • Informationen und Güter stehen Frei zur Verfügung

      • Freie Verfügbarkeit ist Voraussetzung des Prozesses

        Damit alle sämtliche Selbstentfaltungsmöglichkeiten nutzen können

      • Freie Verfügbarkeit ist Folge des Prozesses

        Wegen der Offenheit und des Inklusionsmodells

      • Das meint das große "F"

    • Überwindung der Arbeitsgesellschaft

      • Keine Arbeit, keine Waren
      • Kein Tausch, kein Geld
      • Keine Entfremdung
    • Wichtigste Produktivkraft ist die menschliche Selbstentfaltung

    Fazit

    Freiheit des Einzelnen wird zur Bedingung der Freiheit aller

    Dies gilt auch umgekehrt

  • Freie Informationsgüter

    Welche Hinweise gibt es heute schon?

    • Bekannte

      Die Idee, den Zugang zu Informationen zu beschränken, ist historisch relativ neu

      • Wissenschaft?

        Hier gibt es aktuell sehr unterschiedliche und widersprüchliche Entwicklungen

      • Freie Kochrezepte

    • Neue

      Im Internet hat sich schon einiges gebildet

      • Wikipedia

      • Indymedia

      • Wikis, Blogs

      • Freie Musik

        Hier sind nicht Copyright-Verstöße mittels P2P gemeint

    Fazit

    Die Idee Freier Informationsgüter bekommt Zulauf

  • Stichwort: Creative Commons

    • Lizenzen für "Some rights reserved"

      Copyright: "All rights reserved"

    • Vier Lizenzbausteine

      • Attribution (BY)

        Verlangt bei Kopien Nennung der Quelle

      • Noncommercial (NC)

        Verbietet kommerzielle Nutzung des Werks

      • No Derivative works (ND)

        Verbietet abgeleitete Werke

      • Share Alike (SA)

        Verlangt Beibehaltung der Lizenz in abgeleiteten Werken

      Copyleft entspricht SA+BY

    • Große, internationale Bewegung mit gutem "Marketing" (http://creativecommons.org/)

      • Adaption der Lizenztexte an nationale Rechtssysteme
        1. Oekonux-Konferenz: Vorstellung der österreichischen Variante
      • Bereits viele Millionen Werke unter Creative Commons Lizenzen

    Fazit

    Creative Commons begünstigen Übertragung der Idee Freier Software

    Überträgt Idee auf beliebige Informationsgüter

    Dürfte keine Initiative geben, die dies erfolgreicher betreibt

  • Freie materielle Güter

    • Konkrete Projekte

      Bisher geht es in erster Linie um Bau- und Konstruktionspläne

      • Freie Elektronik- und Hardware-Projekte
      • Freie Auto-Projekte
    • Information ist bereits im Kapitalismus wichtige Voraussetzung materieller Produktion

    • Materielle Produktion wird zum Anhängsel der Informationsproduktion

      Analog dazu, daß die Agrarproduktion heute Anhängsel der Industrieproduktion ist

    Fazit

    Informationsgesellschaft schafft fundamental neue Situation

    GPL-Gesellschaft bringt Informationsgesellschaft auf den Begriff

  • Stichwort: Fabber / Rapid Prototyping

    Rapid Prototyping ist die offiziellere Bezeichnung

    • Fabber sind universelle Produktionsmaschinen

      • Materialisieren dreidimensionale Dinge aus digitalen Daten

      • Typischerweise durch "backen" von amorphem, feinkörnigem Material

        Erlauben Konstruktion von Dingen, die anders schwierig herzustellen sind

      • Existieren tatsächlich

        Heute: Einsatz überwiegend beim Bau von Modellen

    • Fabbers haben einige interessante Eigenschaften

      • Verbinden digitale Daten und die materielle Welt eng miteinander

        Bringen die Logik digitaler Daten in die materielle Welt

      • Universell für (Teile der) materiellen Produktion

        Wie Computer für Information: "Eine Maschine sie alle zu beherrschen"

      • Erlauben materielle Produktion für individuelle Bedürfnisse

    • Industrieroboter sind ähnlich interessant

    Fazit

    Fabbers übertragen wichtige Aspekte der digitalen Welt auf Materie

  • Andere erfolgreiche Freie Projekte: Wikipedia

    • Web-basierte Enzyklopädie

      • Transnationale, vielsprachige Unternehmung
      • Basiert auf Wiki-Technologie
    • Produziert nützliche Produkte

      Ist aus diesem Grund wohlbekannt

    • Wächst schnell

      • Zieht "normale" Leute an
      • Zieht Leute mit Wissen an
    • Frei im Sinne (doppelt) Freier Software

      • Freiheit ist Voraussetzung und Ergebnis des Prozesses
      • Freiwillige Teilnahme
      • Unbegrenzt extren und intern
    • Herausforderung: Qualitätssicherung

      • Unterschied zu Freier Software: Keine "technische Wahrheit"

        Software läuft oder nicht

        Artikel einer Enzyklopädie spiegelt immer eine Meinung

      • Maßnahmen wurden ergriffen

        Ergebnisse dieser Maßnahmen sind von allgemeinem Interesse

    Fazit

    Wikipedia ist eine sehr interessantes Freies Projekt

  • Andere erfolgreiche Freie Projekte: Open Access

    • Freier Zugriff zu wissenschaftlicher Information

      • Wachsende Bewegung in den wissenschaftlichen Communities

        Mehr und mehr Akzeptanz in den wissenschaftlichen Communities

      • Basiert auf Internet-Technologie

      • Passt gut zu der wissenschaftlichen Tradition des Freien Flusses von Gedanken

      • Basiert auf bewährten Methoden des Peer-Review

    • Produziert nützliche Produkte

    • An der Spitze der Produktivkraftentwicklung

      Wissenschaft ist eine Voraussetzung von Produktion mit ständig steigender Bedeutung

    • Frei im Sinne (doppelt) Freier Software

      • Freiheit ist Voraussetzung und Ergebnis des Prozesses
      • Unbeschränkt nach Innen und Außen
    • Herausforderung: Gegenbewegung des Wegschließens wissenschaftlicher Informationen

      Z.B. Patente

    Fazit

    Open Access ist ein sehr interessantes Freies Projekt

  • Stichwort: Automatisierung

    • Heute

      • Vernichtet Arbeitsplätze
      • Nur die Kapitalseite ist an Automatisierung interessiert
    • GPL-Gesellschaft

      • Erweitert Selbstentfaltungsmöglichkeiten

        Durch Reduktion unangenehmer Tätigkeiten

        Durch kreativen Prozeß, der Automatisierung vorausgeht

        Durch Empowerment der NutzerInnen

      • Alle sind an Automatisierung interessiert

    Fazit

    Sehr viel mehr wird automatisiert sein

    Automatisierung ist heute noch behindert

  • Stichwort: Bedürfnis

    • Ist weder gut noch schlecht sondern erfordert Befriedigung

    • Bedürfnisse sind gesellschaftlich bestimmt

      Durch Moden und (strukturelle) Zwänge

      Also veränderlich

    • Art der Befriedigung ist gesellschaftlich bestimmt

      Mobilitätsbedürfnis muß nicht durch Auto befriedigt werden

    Fazit

    Andere Gesellschaft - andere Bedürfnisse

  • Kritik: GPL-Gesellschaft

    • Manche notwendigen Tätigkeiten werden immer nur unter (strukturellem) Zwang ausgeführt werden

      Dennoch: Es gilt, diese abzuschaffen

    • Wie soll z.B. unökologische Selbstentfaltung verhindert werden?

      Keine Ahnung

    Fazit

    Ist teilweise erst historisch entscheidbar

Perspektiven

  • Das Utopische Klo

    • Von Annette Schlemm und anderen

    • Skizziert die Befriedigung eines menschlichen Bedürfnisses ;-)

      Es folgt ein Auszug

      Ach ja, die Technik. Ich, das Utopische Klo, muss ja auch meine Funktion erfüllen. Die Zeiten der Löcher mit Brett sind wohl überall vorbei. Ich weiß noch, wie ich als Vielfalt von Ideen in den Köpfen meiner heutigen BenutzerInnen schwebte - viele Ideen kamen aus einer Datei aus dem Internet, in der eine Studentin Anfang des 21. Jahrhunderts in einer Studienarbeit so ziemlich alle in der Geschichte verwendeten Toilettenarten zusammen gestellt hatte. Meine Leute machten sich die meiste Arbeit damit, darüber nachzudenken, wie sie Arbeit einsparen könnten. Vor allem deswegen bin ich nicht vergleichbar mit den Klos vor der Großen Gesellschaftlichen Wende. Damals war die größte Sorge der Menschen ja verrückterweise nur ja nicht zu wenig Arbeit zu haben. Aber immerhin waren die technischen Ideen aus dieser Zeit bekannt und halfen auch heute noch meinen Leuten.

      Eine kleine Recherche im Internet ergab, dass es da eine Web-Seite namens "Klotopia" gibt, von der aus alles über Klo-Bauen und -verwenden recherchiert werden kann. Auch die Ergebnisse der Studentin war dort eingeflossen. Da saßen dann meine heutigen BenutzerInnen alle zusammen zuerst einmal vor der Web-Seite von Klotopia, bei der sie verschiedene Parameter eines möglichen Klos einstellen konnten. Lange haben sie da gesessen bis aus dem Bedürfnis nach einem neuen Klo so etwas wie ein Vorentwurf wurde. Und was es da nicht alles zu entscheiden gab! Die Fragen nach der äußeren Gestaltung waren da noch eher einfach zu lösen.

      Manche Bedürfnisse konnten überhaupt erst dann formuliert werden, als meine Be